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FDP Aargau: Die Welt wartet nicht - Aargauer KMU im geopolitischen Wandel

(fdp) Was bedeuten die neue US-Politik, Kriege und verschobene Märkte für Aargauer Unternehmen? An der Unternehmertagung der FDP Aargau bei der Schoop Gruppe in Baden-Dättwil trafen unterschiedliche Einschätzungen auf eine gemeinsame Erkenntnis: Wer in unsicheren Zeiten bestehen will, muss Entwicklungen früh erkennen und entschlossen handeln.

Die USA werden ihren Kurs fortsetzen. Und das auch nach Donald Trump. Davon zeigte sich Prof. Claudia Franziska Brühwiler überzeugt. Militärisch richte sich das Land verstärkt auf den Pazifik aus. Wirtschaftlich sei es stärker, als europäische Niedergangserzählungen vermuten liessen. Europa müsse deshalb selbst wieder hungriger werden, statt auf eine Rückkehr zu alten Gewissheiten zu hoffen. Brühwiler brachte die Verantwortung für die eigene Zukunft auf den Punkt: «Decline is a choice.»

Ohne Strom keine digitale Stärke
Ständerat Thierry Burkart lenkte den Blick auf eine handfeste Voraussetzung der digitalen Wirtschaft: Rechenzentren gehören zur Schlüsselinfrastruktur, brauchen aber grosse Mengen verlässlich verfügbarer Energie. Wer über technologische Wettbewerbsfähigkeit spreche, müsse deshalb auch über die Energieversorgung reden.

Ein Kriegsende lässt sich nicht von aussen erzwingen
Der frühere Botschafter in Russland, Yves Rossier, erinnerte daran, dass die heutige Weltordnung wesentlich eine amerikanische Erfindung sei. Gesellschaften könnten Ungleichheit verkraften, solange es den Menschen insgesamt gut gehe. Bei Kriegen und politischen Umstürzen warnte er vor überhöhten Erwartungen an Druck von aussen: Eine dauerhafte Wende müsse aus einem Land selbst kommen. In der gegenwärtigen Lage könne auch Diplomatie nichts mehr bewirken.

Neue Märkte verlangen einen langen Atem
Unternehmer Tom Morf berichtete von der Erschliessung arabischer Märkte, insbesondere in Dubai und Saudi-Arabien. Finanzstarken Entscheidungsträgern würden dort laufend neue Vorhaben präsentiert. Wer mit einem eigenen Projekt durchdringen wolle, brauche deshalb mehr als ein gutes Angebot: Beharrlichkeit in den Verhandlungen sei entscheidend. Falle dabei ein «Inschallah», sei das nach Morfs Erfahrung oft ein Zeichen, dass die Verhandlung nicht weiterführe. Komme ein Vorhaben hingegen voran, seien die Entscheidungswege häufig kurz und die Umsetzung könne rasch erfolgen.

Reto Brennwald moderierte die Podiumsdiskussion souverän und führte die verschiedenen Perspektiven zu einem lebendigen Gespräch zusammen. Die FDP Aargau hatte unter dem Titel «Die Welt im Umbruch: Zeitenwende und was das für die KMU bedeutet» zur öffentlichen Unternehmertagung eingeladen. Gastgeber war die Schoop Gruppe.