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Von Irfan Butt, Hornussen (Gemeinde Böztal)
Von Gertrud Häseli, Biobäuerin, Wittnau
Jacqueline Zesiger
Executive MBA HSG
CAS Palliative Care, Universität Luzern
EMR-zertifiziert
www.sanavite.ch /
Longevity – Ein Modewort?
Schon die Aussprache erweist sich als schwierig. Alle phonetischen Möglichkeiten ertönen, und das sagt schon viel aus. Übersetzt heisst «Longevity» einfach «Langlebigkeit». Ein Wunder, dass es nicht schon zum Wort des Jahres gekürt wurde. Zum einen, weil die damit verbundenen Anwendungen zu einer Leistungssteigerung und Verbesserung der Gesundheit führen sollen, zum anderen, weil viele daran glauben, damit 120 Jahre alt werden zu können. Aus allen Richtungen erreichen uns Empfehlungen und Angebote. Longevity ist aber nicht ein lebensverlängerndes Geheimmittel. Es bietet lediglich eine Anleitung, wie man möglichst gesund alt werden kann. Sprach man früher von gesundem Lebensstil, Jungbrunnen und von Altersheimen, ist heute von Longevity, Ergänzungspräparaten sowie vom Leben in Senioren-Residenzen die Rede. Es präsentieren sich drei Arten des Altersverlustes: Körperlicher Verlust (z.B. Abbau Muskeln), kognitiver Verlust (z.B. Gedächtnisverlust, Vergesslichkeit), sozialer und psychischer Verlust (z.B. keine wichtige Funktion mehr, Verlust von Bezugspersonen). Eine ganzheitliche Anamnese und gezielte Prävention helfen, um so lange wie möglich fit zu bleiben.
«Management» des Altersverlustes
War man früher gezwungen, die Schmerzen im Schaukelstuhl auszutragen, ist heute schmerzfreie Beweglichkeit mit der modernen Medizin zum Glück möglich. Indes gibt es noch kein Wundermittel, das zu einer Langlebigkeit führt. Angebote, u.a. im Luxussegment, sind wissenschaftlich nicht bewiesen und teils ethisch-moralisch fragwürdig. Sicher ist, dass ohne regelmässige Bewegung und gute Ernährung sowie Pflege des Körpers die Organe schneller altern. Erkennbar ist heute im Gegenzug die Zunahme der Demenz, da das Gehirn nicht immer Schritt halten kann mit dem übrigen Körper und den diversen medizinischen und kosmetischen Massnahmen. Dass sich mit Letzteren das Leben erleichtern und damit auch verlängern lässt, ist unbestritten. Das Grundbedürfnis, im Falle einer Hilfsbedürftigkeit aufgrund kognitiver Einschränkungen oder gar fortgeschrittener Demenz dann doch gut versorgt zu sein, bleibt bestehen. Hier öffnen sich neue Wege der Heil- und Pflegeindustrie, die durchaus zu einer «Langlebigkeit» führt. Durch achtsame, natürliche Umgangsformen mit seinem Körper lässt sich indes schon viel erreichen. Gelegentlich ein Vitamin-Booster kann nicht schaden.
Bewegen
Kurze Übungen wie Ausstrecken aller Glieder am Morgen nach dem Aufstehen, Oberkörper drehen zur «Entkoppelung» der Hüfte und Rücken sowie ein paar Gehschritte ums Haus lassen sich bis ins hohe Alter realisieren. Gewichte heben stärkt die Muskeln und hält fit. Ideal ist, sich in einem Fitness-Club die Gewichte erklären zu lassen und dann zuhause regelmässig zu üben. Für die Beweglichkeit sind Tai Chi, Qigong oder leichte Yogaübungen ideal. Für das kognitive Training, kombiniert mit Bewegung, welches das gesamte Spektrum der Leistungsfähigkeit umfasst, ist Tanzen aller Art am geeignetsten.
Gesundheits-Mandala
Gesunde Ernährung, genügend Schlaf, wenig Alkohol und Tabak sind essenziell. Achtsamkeit, wie z.B. sachtes Bewegen zuhause, um nicht umzufallen, ist ebenfalls ein guter Wegbegleiter.
Stressbewältigung
Prüfen Sie, woher der Schmerz oder das Unwohlsein kommt und ob es mit einem anderen Lebensstil und einigen Verwöhnstunden pro Woche reduziert werden kann. Schon kurze Erholungsphasen können Konzentration, Kreativität und Leistungsfähigkeit fördern. Gute Atmung beruhigt und hilft, Muskeln und Organe zu entspannen. Wenn Sie sich hin und wieder eine Massage, Pedicure oder ein Thermalbad gönnen, unterstützt dies Ihr Wohlbefinden.
Soziale Kontakte
Aktiv mithalten wird zunehmend schwieriger. Zum einen ist man müde, zum anderen verliert man im hohen Alter auch liebe Bezugspersonen. Bei Gehproblemen ist man nicht mehr so mobil. Nehmen Sie ein Taxi oder schliessen Sie sich einer Fahrgemeinschaft an. Hauptsache raus aus den vier Wänden.
Neugierde und Lernen
Neue Eindrücke und Erfahrungen halten fit. Das Gehirn ist so aktiv daran, seine Synapsen neu zu verbinden. Dazu muss man aber «hinaus» in das Unbekannte. Lassen Sie es zu.
All diese Empfehlungen sind mit zunehmendem Alter immer mühsamer. Sich «aufraffen» zur Turnstunde, sich «schön machen» für den sozialen Event, die «Trägheit» überwinden, ist nicht mehr automatisch ein Wunsch, sondern ein Muss. So lässt sich der Alterungsprozess etwas verlangsamen. Am Ende des Tages sind sehr kreative und freudige Momente erlebt worden. Und das ist wichtig.
Jacqueline Zesiger ist Betriebswirtschafterin (Executive MBA HSG und CAS Palliative Care sowie EMR-zertifiziert) und seit vielen Jahren selbstständige Beraterin. Es ist ihr ein Anliegen, diese Tätigkeit im Rahmen von Unterstützung und Zusammenwirken auszuüben.
Für weitergehende Fragen und Unterstützung erreichen Sie Jacqueline Zesiger wie folgt:
Von Johann Paul Wachter, Kaiseraugst
Von Daniel Rüetschi, Böztal / Ortsteil Hornussen
Von Karin Faes, ehem. Grossrätin, Schöftland
Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch
Macht die Digitalisierung die Behörden effizienter?
Bis und mit Steuerjahr 2024 konnten wir Steuerpflichtigen das Progamm EasyTax nutzen. Seit diesem Jahr haben wir im Aargau nun eine neue Plattform, auf der wir unsere Steuererklärung samt Belegen erfassen können. Im Vergleich z.B. zu vor 20 Jahren haben die Behörden dadurch enorme Vorteile durch die Digitalisierung erreicht. Doch nicht nur das, aus Sicht der Steuerbehörden konnte zudem ein Grossteil der Arbeit, die vorhin die Steuerbehörden selber machen mussten, nun an den Steuerpflichtigen ausgelagert werden. Sehen wir deshalb eine massive Verschlankung bei der Steuerbehörde?
Leider ist davon nicht viel, wenn überhaupt etwas, zu sehen. Woran liegt das? Es gibt wie immer verschiedene Gründe. Einer aber ist sicher der Monopolstatus der Behörden, der dazu führt, dass sich diese nicht bzw. zu wenig um Effizienz bemühen müssen.
Ein Beispiel: Im oben erwähnten neuen Steuerprogramm ist es bei den Wertschriften nicht zwingend, Belege einzulesen (aber optional möglich). Das finde ich erstaunlich grosszügig, geht es doch gerade bei den Wertschriften teilweise um grössere Vermögens- und auch Ertragswerte. Ein Kontakt mit einer Steuerbehörde deutet aber eher auf einen Programmierfehler als auf Grosszügigkeit hin. Diese forderte nämlich alle (angeblich optionalen) Belege nach. So weit so nachvollziehbar. Aber das reichte nicht. Bei den Steuerauszügen wollte die Steuerbehörde nicht nur die Zusammenfassung mit Vermögens- und Ertragswerten, sondern gleich Scans bzw. Kopien von jeder einzelnen Detailseite haben. Unnötig, überflüssig, ineffizient! Wenn die Steuerbehörden den Steuerauszügen der Banken nicht trauen, sollen sie dies zentral bei der Bank beanstanden, aber nicht bei allen Steuerpflichtigen. Zudem gehe ich davon aus (weiss es aber ehrlicherweise nicht), dass in den QR-Codes vermutlich alle Informationen drin sind, die die Steuerbehörde braucht.
Auch bei Firmen kommt Effizienz oft erst an 10. Stelle, wenn der Kunde die Arbeit hat
Dass Effizienz auch oft in der Privatwirtschaft auf der Strecke bleibt, ist leider ebenso wahr. Eine gewisse Bank mit drei Buchstaben im Namen hat letzthin wieder aktualisierte Formulare eingefordert. Eine Bestätigung, dass sich seit letzter Unterschrift nichts geändert hätte, reicht nicht, denn das neue Layout und der neue Formulartext sind heilig – bis in zwei Jahren wohl das nächste gleiche, aber überarbeitete Formular eingefordert wird und die nächste Status-Nicht-Änderung bestätigt werden muss.
Beim hier angesprochenen Formular ging es um Einstufungen, die wohl jeder Nicht-Jurist und vermutlich auch 90% der Juristen nicht selber machen könnten. Wer weiss schon, was «Gesellschaft, welche den ‹ownership and base erosion test› erfüllt» bedeuten mag? Eine Antwort an die Bank, dass man ihr Formular nicht ausfüllen könne, da kein Mensch wisse, was ihre Spezialisten da zusammengebaut hätten, führt zur Antwort: Es tue ihnen leid, das stimme zwar schon, aber sie dürften keine Steuerberatung machen. Erst der nochmalige Hinweis, dass mir die nicht erlaubte Steuerberatung egal sei und ohne unterstützende Antwort (von mir aus auch mündlich) so kein Formular zurückkomme, führt dann zur Antwort, dass man wohl am besten «dort bzw. dort» das Kreuz mache. Immerhin.
Fazit: Ineffizienz beim Formulartext mit US Rechtssystemausdrücken, Ineffizienz beim Blocken der Anfrage nach Unterstützung, Ineffizienz beim Einfordern von unveränderten Status alle zwei oder drei Jahre!
Positives Gegenbeispiel
Ich bin froh, dass ich auch ein Gegenbeispiel bringen kann. Bis anhin war es nötig, dass wir als Vermögensverwalter jedes Jahr Formular 9 der ESTV ausfüllen und einreichen mussten. Dabei geht es um die Abgabe auf Wertpapiere beim Umsatz. Da wir ausschliesslich mit Schweizer Depotbanken zusammenarbeiten (und diese für die Meldung und den Abzug der Umsatzabgabe verantwortlich sind), lautete unsere Meldung Jahr für Jahr gleich: 0.– (in Worten NULL). Wofür eine solche Meldung gut sein soll? Naja, man kann dann irgendwo wieder einen Haken machen. Aber effizient?
Jetzt ist die Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV nach Jahren der gewissenhaften Prüfung erstaunlicherweise zur gleichen Einsicht gekommen: «Um die Abgabepflichtigen administrativ zu entlasten, entfällt ab sofort die Pflicht zur Einreichung des amtlichen Formulars 9, sofern in der jeweiligen Abrechnungsperiode keine Umsatzabgabe zu entrichten ist.» Warum nicht gleich so? Aber positiv allemal.
Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an
Von Patrik Meier, Landwirt und Grossrat SVP, Zeihen
Von Kurt Bischofsberger, Wittnau (ehemals in verschiedenen politischen Gremien)
Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch
Ist Paartherapie mit KI die Zukunft?
Immer mehr Menschen informieren sich über ihre Beziehungsprobleme zunächst bei der künstlichen Intelligenz. Noch bevor sie einen Termin bei einer Paarberaterin oder einem Paartherapeuten vereinbaren, schildern sie ChatGPT ihren Streit, ihre Ängste oder die immer wiederkehrenden Konflikte. Die Hemmschwelle ist gering: keine Wartezeit, keine Terminvereinbarung, keine fremde Person, der man sich öffnen muss. Stattdessen ist die digitale Gesprächspartnerin rund um die Uhr verfügbar.
Gerade darin liegt ein grosser Vorteil. Eine erschöpfte Mutter kann sich spätabends mit ihren Sorgen an einen Chatbot wenden. Ein Paar kann unmittelbar nach einem heftigen Konflikt versuchen, die Situation zu sortieren. Die KI hört scheinbar geduldig zu, stellt Fragen, strukturiert Gedanken und kann helfen, die eigene Position aus einer gewissen Distanz zu betrachten. Auch bei der Vorbereitung eines schwierigen Gesprächs kann sie nützlich sein: Wie formuliere ich meine Bedürfnisse, ohne den Partner anzugreifen? Wie kann ich zuhören, ohne sofort in die Verteidigung zu gehen? Einfache Kommunikationsregeln können schon einen grossen Unterschied machen.
Für manche Menschen ist der Chatbot zudem eine Art erste Anlaufstelle. Wer sich noch nicht traut, über intime Probleme mit einem Menschen zu sprechen, findet in der anonymen digitalen Umgebung einen leichteren Einstieg. KI kann damit eine wichtige Funktion übernehmen: Sie kann Menschen ermutigen, ihre Probleme überhaupt wahrzunehmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
Doch genau hier beginnt auch die Problematik. Eine KI kennt nur das, was ihr mitgeteilt wird. Sie erlebt keinen Streit, sieht keinen Gesichtsausdruck, hört keinen Tonfall und nimmt keine Atmosphäre im Raum wahr. Sie verfügt über keine menschliche Intuition und hat kein eigenes emotionales Erleben. Auch wenn ihre Antworten einfühlsam klingen, beruht diese Empathie auf sprachlichen Mustern und nicht auf persönlichem Mitgefühl.
Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Wer seine Beziehung aus der eigenen Perspektive schildert, berichtet seine subjektive Geschichte. Der Partner ist nicht anwesend und kann seine Sichtweise nicht einbringen. Eine KI kann dadurch unbeabsichtigt zur Bestätigung der eigenen Interpretation beitragen. Aus «Wir streiten ständig» wird womöglich eine Analyse, die vor allem das Verhalten des Partners problematisiert. Werden zusätzlich Diagnosen oder Erklärungen für das Verhalten des Gegenübers gesucht, kann aus einer einseitigen Schilderung schnell eine scheinbar objektive, aber letztlich ungesicherte Einschätzung entstehen.
Besonders heikel wird es bei tiefgreifenden Beziehungskrisen. Bindungsängste, Traumata, Untreue, Gewalt, psychische Erkrankungen oder lang anhaltende Vertrauensbrüche verlangen mehr als gute Kommunikationsratschläge. Hier braucht es ein Gegenüber, das nicht nur Worte verarbeitet, sondern Widersprüche wahrnimmt, nachfragt, Grenzen setzt und auch das Ungesagte erkennt.
Die Zukunft der Paarberatung liegt deshalb wahrscheinlich in einem hybriden Modell, in dem KI und menschliche Beratung unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Die KI könnte als niederschwellige Soforthilfe dienen: Gedanken ordnen, Konfliktmuster sichtbar machen, Fragen für ein Gespräch formulieren oder erste Informationen vermitteln. Der Mensch übernimmt dort, wo Beziehung komplex, emotional und widersprüchlich wird.
KI kann damit eine Brücke zur Paartherapie sein – aber nicht deren Ersatz. Denn eine Beziehung besteht nicht nur aus Sprache und Daten. Sie lebt von Nähe, Verletzlichkeit, Körpersprache, Vertrauen und der Begegnung zweier Menschen mit einem Herzen.
Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch
Dr. Monika Mayer, Apothekerin
Vinzenz Apotheke, Rössliweg 13, 5074 Eiken
Ratgeber Reihe B-Vitamine: Vitamin B3 oder Niacin
Dieser Name ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Bestandteilen Nicotinsäure und Vitamin zusammen. Es hat aber (weder chemisch noch biologisch) nichts mit Nikotin zu tun!
Historisch: Nicotinsäure wurde bereits 1873 chemisch beschrieben. Aber erst über 60 Jahre später, 1937, wurde ihre Bedeutung als Vitamin erkannt: Der Biochemiker Conrad A. Elvehjem konnte zeigen, dass Nicotinsäure Pellagra verhindern kann. (Pellagra: ist eine in Europa sehr seltene Mangel-Erkrankung. Typisch sind Hautveränderungen, Durchfall sowie neurologische und psychische Beschwerden.) Die Erforschung der Pellagra war entscheidend dafür, dass man schliesslich den Zusammenhang zwischen der Erkrankung und Niacin erkannte.
Wozu braucht der Körper Vitamin B3?
Das wasserlösliche Vitamin umfasst insbesondere die Vitamin-Formen Nicotinsäure und Nicotin- oder Niacin-Amid. Beim Kochvorgang gehen die Formen bis zu einem gewissen Grad in die Kochflüssigkeit über, darum sollte das «Wasser», wenn möglich, weiter verarbeitet werden, z.B. als Suppe etc. Die Vitaminformen sind an zahlreichen Stoffwechselprozessen (Energie-, Eiweiss- Glykogen- und Fettsäurestoffwechsel) beteiligt und tragen somit zu einem normalen Energiestoffwechsel, einer normalen Funktion des Nervensystems und der psychischen Funktion sowie zur Erhaltung einer normalen Haut und normaler Schleimhäute bei.
Wo steckt es drin:
Niacin kommt in vielen Lebensmitteln vor. Zu den guten Quellen gehören:
• Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier
• Vollkornprodukte
• Hülsenfrüchte
• Nüsse und Samen
• Getreideprodukte
Der menschliche Körper kann Niacin zudem aus der Aminosäure Tryptophan bilden.
Der Bedarf wird als Niacin-Äquivalente (NE) angegeben. Der individuelle Bedarf hängt unter anderem von Alter, Geschlecht und Energiezufuhr ab, wie immer gelten für Schwangere und Stillende höhere Werte (für Frauen 13 mg NE/Tag und für Männer 16 mg NE/Tag. Wie üblich gelten diese Referenzwerte der Beurteilung der Nährstoffversorgung gesunder Bevölkerungsgruppen und sind nicht mit einer individuellen Therapieempfehlung gleichzusetzen.
Wann kann es knapp werden?
In Europa ist bei einer ausgewogenen Ernährung ein echter Mangel wirklich selten. Eine Supplementierung mit Vitamin B3 kann nur dann sinnvoll sein, wenn eine unzureichende Versorgung oder ein erhöhter Bedarf besteht. Bei Verdacht auf einen ausgeprägten Mangel sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Die über Lebensmittel aufgenommene Menge gilt bei gesunden Menschen als unproblematisch. Eine hoch dosierte Einnahme zur Selbstmedikation ist im Allgemeinen daher nicht zu empfehlen. Die Anzeichen einer Überdosierung sind unspezifisch: Typischerweise werden folgende Beobachtungen bei einem Nicotinsäure-Überschuss beschrieben: Hautrötung («Niacin-Flush»), Wärmegefühl und Brennen der Haut, Kribbeln oder Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden. Bei längerfristiger Einnahme wirklich hoher Dosen können u.a. die Leber und der Stoffwechsel geschädigt werden.
Gut zu Wissen:
Hoch dosierte Nicotinsäure kann als Arzneimittel zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen eingesetzt werden. Diese Anwendung unterscheidet sich deutlich von der üblichen Vitaminversorgung und wird ärztlich überwacht. Dabei kann eine sogenannte Flush-Reaktion ausgelöst werden, die sich in den bereits genannten Nebenwirkungen äussert. Die Beschwerden beginnen meist innerhalb der ersten Stunde nach der Einnahme und klingen gewöhnlich innerhalb weniger Stunden wieder ab. Bei regelmässiger Einnahme lässt die Intensität des Flushs häufig nach.
Wichtig: Ein Flush sollte nicht einfach mit einer beliebigen Schmerztablette «behandelt» werden. Bei einer verordneten Niacintherapie sollte die Einnahmeweise bei starken oder anhaltenden Beschwerden mit dem verordnenden Arzt und / oder der Apotheke besprochen werden.
Bleiben Sie gesund!
Ihr Team der Vinzenz Apotheke
Lassen Sie sich von uns beraten: vinzenz apotheke – eine quelle der gesundheit