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Jacqueline Zesiger
Executive MBA HSG
CAS Palliative Care, Universität Luzern
EMR-zertifiziert
www.sanavite.ch /
Selbstbestimmtes Sterben
Immer mehr Menschen im hohen Alter beanspruchen Sterbehilfe am Ende des Lebens. Ein bekanntes Beispiel sind die Kessler Zwillinge, die im November 2025, im Alter von 89 Jahren, gleichzeitig und gemeinsam aus dem Leben schieden.
Sterbehilfe ist im weitesten Sinne eine Beihilfe zur Selbsttötung. In der Schweiz erlaubt, sofern keine selbstsüchtigen Motive dahinterstehen. Sterbehilfe kann erfolgen, wenn ein klarer Leidensweg erkennbar ist, meist wegen unheilbarer schwerer Krankheit oder nach einem Unfall mit lebenslänglich körperlichen Beeinträchtigungen. Bei der Sterbehilfe wird unterschieden zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe. Aktive Sterbehilfe ist in der Schweiz verboten. D.h. ein Arzt oder andere Person darf zum Beispiel nicht direkt ein tödliches Mittel verabreichen, dass zum Tod führt, auch wenn es auf Verlangen ist. Passive Sterbehilfe ist hingegen erlaubt. Das bedeutet, dass das tödliche Mittel zur Verfügung gestellt werden kann, aber der Patient oder die sterbewillige Person muss dieses selbst einnehmen. In Fällen, in denen dies wegen Problemen des Schluckens oder Verträglichkeit im Magen nicht geht, kann eine Sonde gelegt werden. Die Aktivierung der Dosis muss aber selbst vorgenommen werden.
Sterbehilfe im hohen Alter
Der Hauptgrund für das frühere Verlassen des Lebens, d.h. Sterbehilfe beizuziehen, liegt im Alter oft in der Angst der Abhängigkeit. Man möchte auf keinen Fall pflegebedürftig werden, zudem oft begleitet von starken chronischen Schmerzen. Wichtig ist, dass der Entschluss, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, ernsthaft überdacht und sehr selbstbestimmt erfolgt. Jegliche Beeinflussung oder sich aus einem traurigen Momentum heraus dafür zu entscheiden, oder gar aus Solidarität zum Partner, wäre fatal. Es bleibt ein individueller persönlicher Entscheid. Es gibt auch die Palliativ-Pflege-Begleitung bis zum Lebensende, die gerade in der Schweiz, sehr professionell in einem guten Umfeld angeboten wird. Im Vordergrund steht hier der Respekt bei Verzicht auf lebensverlängernde Massnahmen sowie Verabreichung von genügend Schmerz- und Schlafmittel. Diese verkürzen unter Umständen das Leben, führen aber zum natürlichen Tod. Ein gutes Beratungsgespräch kann beruhigend wirken, um dann für sich selbst den besten Weg zu wählen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Was man unter Lebensqualität versteht, ist sehr individuell. Daher kann nicht von einem geeigneten Zeitpunkt gesprochen werden. Die eigenen Wünsche und persönlichen Bedürfnisse kennen, ist essenziell. Zum Beispiel wie man medizinisch und pflegerisch behandelt werden möchte, sobald eine Hilfsbedürftigkeit eintritt. Aus einer Laune heraus wird es nicht gehen, es muss – am besten sich selber gegenüber – dauerhaft der konkrete und ernstgemeinte Wunsch geäussert und nachvollziehbar erkennbar sein. Im Falle der Kessler Zwillinge, der doch ein spezieller Fall war, ist sicher zu stellen, dass nicht die eine Person von der anderen beeinflusst wird.
Demenz – Urteilsunfähigkeit
Mit einer Diagnose Demenz, wenn auch im Anfangsstadium, ist rasch die Urteilsfähigkeit ein Thema. Bei Urteilsunfähigkeit ist es nicht mehr möglich, Sterbehilfe zu beanspruchen. Daher ist es wichtig, bei beginnender Demenz (z.B. Alzheimer) so früh wie möglich zu entscheiden, ob man Sterbehilfe beiziehen möchte oder nicht. Heute ist es noch nicht möglich, einen «Sterbetermin» in der Zukunft zu planen, da eine Urteilsfähigkeit Voraussetzung ist. Das macht die Situation daher sehr schwierig, da man sich zum Zeitpunkt des Sterbetermins eigentlich noch vollumfänglich wohl fühlt und nicht wirklich sterben möchte. Hier empfiehlt es sich, eine enge Begleitung in Anspruch zu nehmen, um sich in den letzten Augenblicken der Selbstbestimmtheit noch beraten und helfen zu lassen.
Ablauf Sterbebegleitung
Sterbeorganisationen wie EXIT, Dignitas oder Pegasos, um hier nur einige zu nennen, bieten eine gute Vorbereitung an und begleiten bis zum Ende. Protokolle werden eingehalten wie Abklärungen, Kontakte zu Medizinal-Personal sowie die Begleitung der nachfolgenden Prozedere wie polizeiliche Meldung und deren Untersuchung nach dem Ableben. Gegebenenfalls ist eine gute vorherige Kommunikation an enge Freunde oder Familie hilfreich.
Sterben ist so individuell wie das Leben. Aber das Einzige, das sicher auf jeden zukommt. So ist es anzunehmen, sich damit auseinanderzusetzen, und das Leben im Jetzt und im Positiven zu gestalten und zu erleben, bis zum letzten Atemzug.
Jacqueline Zesiger ist Betriebswirtschafterin (Executive MBA HSG und CAS Palliative Care sowie EMR-zertifiziert) und seit vielen Jahren selbstständige Beraterin. Es ist ihr ein Anliegen, diese Tätigkeit im Rahmen von Unterstützung und Zusammenwirken auszuüben.
Für weitergehende Fragen und Unterstützung erreichen Sie Jacqueline Zesiger wie folgt:
Von Manuel Ackermann, Präsident SVP Kaiseraugst
Christoph Zehnder, eidg. dipl. Vermögensverwalter
Hauptstrasse 43, 5070 Frick
www.ruetschi-ag.ch
Der künstliche Gewinnboom
Die Schlagzeilen zum Irankrieg ändern sich quasi täglich. Schon gefühlt zehnmal hat der Krieg geendet, dann wieder zehnmal eskaliert. Unter all diesen Noise-Schlagzeilen dauert der Krieg nun schon drei Monate an. Der US-Aktienmarkt hat anfänglich angesichts der Unsicherheiten ganz kurzzeitig korrigiert, doch mittlerweile rennt er trotz hoher Ölpreise und des andauernden Kriegs unbeeindruckt von Rekordhoch zu Rekordhoch. Als Begründung werden die beeindruckenden Gewinnanstiege genannt. Tatsächlich, für 2026 geht Factset von über 20 Prozent höheren Gewinnen (!) beim S&P 500 im Vergleich zu 2025 aus, hauptsächlich getrieben durch die gigantischen Investitionen im KI-Bereich.
Der Treiber: Gigantische Investitionen in KI-Infrastruktur
Ich habe dazu eine Analyse des Fondsanbieters Quantex gelesen mit dem Titel «Der künstliche Gewinnboom». Gemäss Quantex ist der Gewinnboom am US-Aktienmarkt zu einem grossen Teil eine buchhalterische Illusion, getrieben von den massiven KI-Infrastruktur-Investitionen der Hyperscaler (Amazon, Google, Meta, Microsoft, Oracle).Während die ausgewiesenen Gewinne Rekordwerte erreichen, brechen die freien Cashflows der Tech-Giganten ein. Was sind die wichtigsten Kernaussagen? Ich halte die Analyse von Quantex für sehr plausibel und rational begründet, aber urteilen Sie selbst:
Buchhalterische Illusion statt echter Gewinne
Die Hyperscaler investieren 2026 über 600 Milliarden US-Dollar in Datenzentren. In der Erfolgsrechnung werden diese Investitionen über Jahre abgeschrieben (z.B. sechs Jahre für Chips), sodass nur etwa 100 Milliarden als Aufwand erscheinen. Nvidia und andere «Schaufelverkäufer» verbuchen die 600 Milliarden als Umsatz mit etwa 50-prozentiger Nettomarge (rund 300 Milliarden Gewinn). Netto entstehen so auf einen Streich etwa 200 Milliarden mehr Buchgewinne.
Free Cashflow bricht ein, aber die Gewinne steigen
In der Mittelflussrechnung ist das investierte Geld dagegen sofort weg. Der freie Cashflow der fünf Hyperscaler ist um über 70 Prozent eingebrochen, bei Amazon und Oracle ist er bereits negativ. Amazon wies im Q1 2026 einen Gewinn von 30 Milliarden aus, aber der Free Cashflow stürzte auf negative 18 Milliarden ab – das «profitable» Unternehmen muss weiter Schulden aufnehmen.
Zirkuläre Wertschöpfung
Nvidia investierte 30 Milliarden in OpenAI. Amazon, Google, Microsoft und Nvidia haben über 100 Milliarden in private KI-Startups (OpenAI, Anthropic) investiert. Diese kaufen damit Rechenleistung und Chips bei denselben Investoren zurück.
Private Verluste, öffentliche Gewinne
Die grossen KI-Firmen OpenAI und Anthropic sind derzeit unprofitabel, aber privat. Ihre gigantischen Verluste erscheinen nicht in den Börsenindizes, während ihre Ausgaben direkt als Einnahmen bei S&P 500 Unternehmen anfallen.
Aufwertung trotz grosser Verluste
Hier ein ungeändertes Zitat aus der Quantex-Analyse: «Doch es kommt noch absurder: Weil die Anleger am Privatmarkt derzeit die Aktien der führenden KI-Firmen OpenAI und Anthropic nach oben bieten, können die Investoren darauf ständig Aufwertungsgewinne verbuchen. In Amazons Gewinn für das erste Quartal von 30 Milliarden Dollar steckte zum Beispiel ein Aufwertungsgewinn von 16 Milliarden auf Amazons Beteiligung am Claude-Betreiber Anthropic.»
Historische Parallele zur Tech-Blase
Die Situation erinnert an den Telecom- und Glasfaser-Boom der späten 1990er Jahre. Damals gingen Lucent und Nortel Networks pleite, weil sie wackeligen Startups den Einkauf vorfinanziert hatten. Nvidia hat ähnliche Rücknahmeverpflichtungen gegenüber seinen Chip-Käufern.
Fazit
Der vielzitierte Gewinnboom beruht im Wesentlichen auf einer Buchhaltungsillusion. Wir Anleger sollten uns fragen, ob mit KI-Modellen so viel Geld verdient werden kann — im vierten Jahr nach ChatGPT sieht es nicht danach aus. KI-Modelle scheinen austauschbar und tendenziell gratis zu werden. Auch die Hälfte des ausgewiesenen US-Wirtschaftswachstums ist inzwischen auf den KI-Investitionsboom zurückzuführen, während Investitionen ausserhalb dieses Bereichs rückläufig sind. Von Trumps versprochener Renaissance des US-Industriesektors fehlt jede Spur.
Haben Sie Fragen? Dann schicken Sie mir ein Mail an
Cora Burgdorfer
dipl. Psychologin
Oekum. Paarberatung Bezirke Brugg Laufenburg Rheinfelden
www.oekberatung.ch
Loslassen
Kennen Sie das Gefühl, etwas Liebgewonnenes loslassen zu müssen? Haben Sie schon einmal erlebt, wie es sich anfühlt, einen geliebten Menschen durch eine Trennung oder gar den Tod zu verlieren? Wenn einem der Boden unter den Füssen gewaltsam weggezogen wird? Ein schreckliches und manchmal sogar traumatisches Gefühl. In solchen Momenten hören wir oft gut gemeinten Rat: loszulassen, anzuerkennen, was ist, und Abschied zu nehmen. Gar nicht einfach, wenn die Seele nur eines möchte: zurück zum alten Zustand.
Mit zunehmender Lebenserfahrung lernen wir, dass Veränderungen und Schwierigkeiten zum Leben gehören. Kaum haben wir uns an einen Zustand gewöhnt, kommt eine neue Herausforderung. Das Leben ist nie frei von Leiden oder Problemen, wir haben nicht alles in der Hand und können es nur zum Teil kontrollieren. Geld, Besitz, Freunde, Familie, Gesundheit und das Leben an sich sind vergänglich. In jungen Jahren haben wir das Gefühl, das Leben aufzubauen: Wir arbeiten auf eine gute Zukunft hin, bilden uns aus und gründen eine Familie. Doch schon in dieser Lebensphase kann es Brüche geben. Berufsträume, die wir aufgeben müssen, Partnerschaften, die auseinander gehen, gesundheitliche Probleme, die plötzlich auftauchen. Manchmal klammern wir uns an vermeintliche Sicherheiten, an Beziehungen, die uns nicht guttun, oder eine Jobsituation, die uns nicht erfüllt, weil wir Angst vor der Veränderung haben. Wir verdrängen, lenken uns ab und unterdrücken die beängstigenden Gefühle und bleiben lieber im Altbekannten.
Viele Menschen erleben das Loslassen erst im fortgeschrittenen Alter, wenn die Kinder ausziehen oder die Eltern sterben. Auch die Pensionierung ist oft kein einfacher Prozess und bedeutet eine einschneidende Veränderung, die Strukturen des Berufsalltags und die sozialen Kontakte loszulassen.
Loslassen heisst nicht Ignorieren oder Vergessen, sondern Annehmen und sich Entlasten. Wer loslassen kann, muss nicht mehr kämpfen und hat die Energie wieder für Neues zur Verfügung. Das Leben ist ein Fluss, kein See, alles fliesst und ist in Bewegung. Manchmal klammern wir uns an das Flussufer, bis wir keine Kraft mehr haben. Wie können wir den Widerstand loslassen und uns dem Leben überlassen? Wieder in die Offenheit kommen, dass es weitergeht? Wie können wir lernen loszulassen?
Zuerst einmal geht es darum, sich zu erlauben, Emotionen wie z.B. Trauer, Wut, Enttäuschung oder Scham zu haben. Es sind normale und menschliche Gefühle. Anerkennen Sie die Emotion, ohne sie zu bewerten. Versuchen Sie nun, ganz in die Emotion einzutauchen, sich in sie fallenzulassen, und geben Sie den Widerstand auf. Lassen Sie die Emotion übernehmen, geben Sie sich ihr vollkommen hin. Irgendwann wird ein leichteres Gefühl überhandnehmen, und Sie können beobachten, wie ein kleiner, feiner Frieden auftaucht. Im besten Fall wird dieser Frieden mit der Zeit grösser, und Sie können dem Leben oder sich selbst vergeben.
Loslassen geschieht in Phasen, die Zeit brauchen. Kein Mensch ist wie der andere, jeder braucht seine eigene Zeit dazu. Das Abschiednehmen kann wellenförmig sein: die hohen Wellen werden kleiner, die Abstände grösser. Was nicht heisst, dass zwischendurch nicht wieder eine grosse Welle kommen kann. Leben heisst einatmen und ausatmen, aufnehmen und loslassen.
Loslassen ist kein einmaliger Akt, sondern ein behutsamer Prozess des Annehmens, Entlastens und Neubeginns. Es bedeutet nicht, die Vergangenheit zu verrücken oder zu verleugnen, sondern dem Leben Raum zu geben – Raum für neue Erfahrungen, für Heilung und für eine Zukunft, in der man wieder mit Zuversicht und Vertrauen nach vorn blicken kann.
Fragen richten Sie gerne an:
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.oekberatung.ch