Von Hubert Oeschger, Unternehmer, Gansingen
Bezugnehmend auf den Ar/kel «Hausärzte schlagen Alarm» in der NFZ vom 16. April möchte ich gerne auch meine Überzeugungen einem breiteren Publikum zugänglich machen. Das Zusatzeinkommen durch die Selbstdispensa/on wird die Attraktivität unseres Kantons für den Hausärzteberuf nicht steigern. Vielmehr müssen die Ärzte bei der Abgabe von Medikamenten das Medikament zunächst bestellen, sorgfäl/g lagern (Verfalldatenkontrolle!) und abgeben. Dieser zusätzliche Zeitaufwand braucht nur noch mehr Hausärzte, da sie nach der Systemumstellung zeitlich überlastet sind. Die Abgabe von Medikamenten durch Ärzte ist unsicher, da der Arzt den Patienten im Regen stehen lässt, wenn dieser z. B. in den Ferien ist und somit keine Medikamente abgeben kann. Im Weiteren ist die Abgabe von Medikamenten keineswegs «sicher», da das bewährte Vier-Augenprinzip in der Aufgabenteilung von Arzt und Apotheker fehlt. Es besteht die Gefahr von Fehlern bei Verwechslungen, in der Dosierung und der Anwendung des Medikaments. Die Abgabe von Medikamenten durch Ärzte ist auch nicht «bequem», da die Apotheken jetzt schon einen Gra/s-Hauslieferdienst in jede Gemeinde des Kantons anbieten. Somit ist eine Systemumstellung zur Selbstdispensation von Medikamenten durch Ärzte im Kanton Aargau eine Mogelpackung. Bleiben wir beim bewährten System mit dem Grundsatz «wer verschreibt, verkauft nicht».